Interview mit Haftom Welday vor Valencia

Um das große Ziel – Olympia 2024 in Paris – zu erreichen, unterstützen wir Haftom Welday jetzt bereits einige Zeit. Auf diesem gemeinsamen Weg ist er ein richtiges LetMeShip-Familienmitglied geworden. Jetzt steht ein wichtiges Event direkt vor der Tür. Beim Marathon in Valencia möchte er die Olympianorm laufen, um sich seinen großen Traum zu erfüllen. Hier gibt er euch heute einige persönliche Insights, wie er sich auf den großen Tag vorbereitet.

Haftom Welday beim Lauftraining in Hamburg

Hallo Haftom, schön, dass du dir trotz des gefüllten Trainingsplans heute etwas Zeit für uns genommen hast. Der Valencia Marathon steht kurz bevor, wie fühl sich das an?

Das mache ich sehr gerne – eure Unterstützung ist sehr, sehr wichtig für mich! In Valencia geht es für mich um viel – die Olympiaqualifizierung! Die ist mein großer Traum und darauf liegt mein Fokus. Klar, dass ich jetzt kurz vor dem Rennen etwas Anspannung spüre.

Du bist ja nach der WM im Sommer recht schnell wieder nach Äthiopien ins Trainingslager geflogen, wie sieht so eine Trainingswoche für dich aus?

In der Regel trainiere ich zweimal täglich, morgens und abends. In einer typischen Trainingswoche laufe ich etwa 180 Kilometer. Lange Läufe, Intervalltraining, Tempoeinheiten. Auf der Bahn, auf der Straße und im Gelände, also sehr abwechslungsreich.

Warum ist Äthiopien so wichtig? Könntest du nicht auch hier trainieren?

Ohne Höhentraining sind Top-Leistungen im Marathon nicht möglich. Deswegen trainieren viele Weltklasseathleten in Kenia oder Äthiopien. Der Körper soll sich an den dort herschenden Sauerstoffmangel gewöhnen und gestaltet so die Sauerstoffgewinnung der Muskulatur effizienter – und das verbessert die Ausdauer. Außerdem finde ich hier extrem starke Trainingspartner.

Beim letzten Treffen hast du uns von einigen Marathon-Berühmtheiten erzählt, die mit dir dort trainieren. Erzähl doch mal.

Ich wohne und trainiere hier in der Anlage von Kenenisa Bekele. Kenenisa ist für mich der größte Läufer aller Zeiten. Mit ihm zu trainieren ist eine große Ehre und sehr motivierend. Sehr häufig trainiere ich mit meinem Freund und Lehrer Tadu Abate. Vielleicht habt ihr ihn schon einmal live gesehen – Tadu hat nämlich 2019 den Hamburg Marathon gewonnen.

Hast du ein sportliches Vorbild?

Neben Kenenisa Bekele muss ich hier Abebe Bikila erwähnen. Er hat 1960 in Rom den olympischen Marathon gewonnen, und zwar barfuß auf Kopfsteinpflaster. Absolut bewundernswert! 1964 hat er auch in Tokio gewonnen diesmal mit Schuhen. Abebe hat viele Afrikaner ermutigt, wettkampfmäßig zu laufen. Er ist der Pionier des afrikanischen Laufsports. Ohne ihn hätte es diesen Boom wohl nie gegeben.

Du hattest auch mal von einigen witzigen Ereignissen beim Training in Äthiopien erzählt, magst du auch hier nochmal ein paar Erlebnisse teilen?

In der Trainingsgruppe haben wir eigentlich immer viel Spaß miteinander. Mein Freund Tadu ist da ganze vorne mit dabei. Wir trainieren extrem hart, aber wir versuchen, locker zu bleiben.

Zurück zum deinem großen Ziel – Olympia 2024: Was solltest du in Valencia erreichen, um im nächsten Jahr nach Paris zu fahren?

Mein Ziel für Valencia ist ganz klar die Olympianorm. Wenn ich die am Sonntag knacke, sind meine Aussichten, für Paris nominiert zu werden, sicherlich sehr gut. Ich muss also unter 2:08:10 laufen – am besten deutlich, denn es gibt auch andere starke deutsche Läufer, die sich noch Hoffnungen machen können.

Ist das realistisch? Bist du gut vorbereitet und optimistisch?

Ich würde dort nicht antreten, wenn ich nicht überzeugt davon wäre, es zu schaffen. Also ja, ich bin optimistisch und fühle mich gut vorbereitet. LetMeShip hat einen großen Anteil, dass ich heute da bin, wo ich bin, das weiß ich jede Sekunde zu schätzen.

Hast du abschließend noch einen Tipp für uns, wie wir unser Training optimieren können? Immerhin planen wir schon die nächsten Firmenläufe.

Für Hobbyläufer reicht es, alle drei Tage zu laufen. Erholungspausen sind ehr wichtig. Lange langsame Läufe sind gut. Lauft die nicht zu schnell, besser sind am Ende des Trainings ein paar Steigerungen. Dann werdet ihr spüren, wie ihr ausdauernder und schneller werdet. Ich gebe euch gerne persönlich ein paar Tipps, wenn ich wieder in Hamburg bin. 😉