Muss ich für Waren aus China Zoll zahlen?
Ja. China ist ein Drittland ohne Freihandelsabkommen mit der EU – es gelten die regulären Drittlandszollsätze je Zolltarifnummer (HS-Code). Seit dem 1. Juli 2026 gibt es zudem keine Zollfreigrenze mehr: Für Kleinsendungen bis 150 € Warenwert fällt übergangsweise eine Pauschale von 3 € pro Warengruppe an. Hinzu kommt immer die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % bzw. 7 % – und bei bestimmten Warengruppen zusätzliche Antidumping- oder Ausgleichszölle.
Zollgebühren aus China: Tabelle der wichtigsten Warengruppen
Der reguläre Zollsatz richtet sich nach der Zolltarifnummer Ihrer Ware. Beispiele für häufige Warengruppen:
| Warengruppe | Regulärer Zollsatz |
|---|---|
| Smartphones, Notebooks, Tablets | 0 % (ITA-Abkommen) |
| Textilbekleidung | 8–12 % |
| Schuhe (ohne Lederoberteil) | 16,8–17 % |
| Schuhe (mit Lederoberteil) | 5–8 % |
| Fahrräder | 14 % (zzgl. Antidumpingzoll bei China-Ursprung) |
| Pkw | 10 % (E-Autos: zzgl. Ausgleichszoll, siehe unten) |
Quelle: Generalzolldirektion (zoll.de), Beispiele für Zollsätze · Stand: 14. Juli 2026. Verbindlich ist stets die Einreihung nach Zolltarifnummer – nutzen Sie unseren HS-Code-Finder.
Antidumpingzölle auf China-Waren: Diese Warengruppen sind betroffen
Für einige Warengruppen erhebt die EU zusätzlich zum regulären Zollsatz Antidumping- oder Ausgleichszölle. Die Sätze sind hersteller- und produktabhängig – die wichtigsten aktuellen Maßnahmen:
| Warengruppe | Zusatzzoll (Spanne) | Seit |
|---|---|---|
| Elektroautos (BEV) | 7,8–35,3 % Ausgleichszoll (zzgl. 10 % Regelzoll) | 10/2024 |
| Pkw- und LLkw-Reifen | 4,3–45,3 % | 07/2026 |
| E-Bikes | 9,9–70,1 % zzgl. 3,9–17,2 % Ausgleichszoll | verlängert 01/2025 |
| Keramikgeschirr | 79 % | 02/2026 |
| Verbindungselemente (Schrauben u. a.) | 22,1–86,5 % | 02/2022 |
| Weißblech (Stahl) | 13–62 % | 05/2025 |
| Solarmodule | keine – Maßnahmen 2018 ausgelaufen | – |
Quellen: EU-Kommission, Handelsschutz (policy.trade.ec.europa.eu), EUR-Lex · Stand: 14. Juli 2026. Die Liste ändert sich regelmäßig – prüfen Sie vor dem Import den aktuellen Stand für Ihre Warengruppe.
So berechnen Sie Ihre Zollgebühren aus China
- HS-Code ermitteln: Finden Sie die Zolltarifnummer Ihrer Ware mit unserem HS-Code-Finder – sie bestimmt Zollsatz und eventuelle Antidumpingzölle.
- CIF-Wert bestimmen: Addieren Sie Warenwert, Versandkosten und Versicherung – das ist die Berechnungsgrundlage für Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.
- Abgaben schätzen: Nutzen Sie unseren Zollrechner für eine schnelle Einschätzung Ihrer voraussichtlichen Gesamtkosten.
Worauf Sie bei China-Importen zusätzlich achten müssen
- EORI-Nummer: Für jede gewerbliche Zollanmeldung Pflicht – einmalig kostenlos beim Zoll beantragen.
- CE-Kennzeichnung und Produktkonformität: Als Importeur haften Sie wie ein Hersteller. Der Zoll kann Konformitätsnachweise anfordern und Waren ohne gültige Nachweise zurückhalten.
- Zollwertprüfung: Seit dem Wegfall der 150-€-Grenze prüft der Zoll Warenwerte von China-Sendungen verschärft – deklarieren Sie realistisch, um Verzögerungen und Nachforderungen zu vermeiden.
- Wer zahlt: Standardmäßig zahlt der Empfänger die Einfuhrabgaben (DAP). Bei DDP übernimmt der chinesische Versender – klären Sie die Lieferbedingung vor der Buchung.
Sie versenden von Deutschland nach China?
Auch in der Gegenrichtung erhebt China reguläre Zölle auf EU-Waren; für einzelne europäische Warengruppen wie Weinbrand, Schweinefleisch und Molkereiprodukte gelten derzeit zusätzliche Maßnahmen (Stand: 14. Juli 2026). Alles zu Preisen, Laufzeiten und Buchung finden Sie auf unserer Seite Versand nach China. Sie beziehen regelmäßig Waren aus China? Unser Import-Service China unterstützt Sie bei Buchung und Abwicklung.
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FAQ
Fragen und Antworten zu Zollgebühren China
Wie hoch sind die Zollgebühren für Waren aus China?
Der Zollsatz hängt von der Zolltarifnummer ab: Elektronik wie Smartphones ist zollfrei (0 %), Textilbekleidung liegt bei 8–12 %, Schuhe bei bis zu 17 %. Hinzu kommen die Einfuhrumsatzsteuer (19 %/7 %) und bei bestimmten Warengruppen Antidumpingzölle – siehe Tabellen oben.
Gibt es eine Zollfreigrenze für Waren aus China?
Nein. Seit dem 1. Juli 2026 ist die 150-€-Zollfreigrenze abgeschafft. Für Kleinsendungen gilt übergangsweise eine Pauschale von 3 € pro Warengruppe – unabhängig vom Warenwert. Die Einfuhrumsatzsteuer fällt zusätzlich an.
Was sind Antidumpingzölle?
Antidumpingzölle sind Zusatzzölle, die die EU erhebt, wenn Waren unter ihrem Marktwert in die EU eingeführt werden. Sie kommen zum regulären Zollsatz hinzu und betreffen bei China-Ware aktuell u. a. E-Autos, E-Bikes, Reifen, Keramikgeschirr und Schrauben (siehe Tabelle oben).
Gilt die 3-€-Pauschale auch für Bestellungen über Online-Marktplätze wie Temu oder AliExpress?
Ja. Die Pauschale gilt für alle Kleinsendungen aus Nicht-EU-Ländern – unabhängig vom Verkaufskanal. Auch wenn Ihr Unternehmen über Online-Marktplätze in China einkauft, fallen seit dem 1. Juli 2026 die 3-€-Pauschale pro Warengruppe sowie die Einfuhrumsatzsteuer an.
Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer bei China-Importen?
Wie bei allen Drittlandsimporten: 19 % (Regelsatz) bzw. 7 % (ermäßigt) auf den CIF-Wert zuzüglich Zoll. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen.
Brauche ich eine EORI-Nummer für Importe aus China?
Ja, für jede gewerbliche Zollanmeldung ist eine EORI-Nummer Pflicht. Sie beantragen sie einmalig und kostenlos bei der Generalzolldirektion. Ohne EORI-Nummer kann Ihre Sendung nicht abgefertigt werden.
Was muss ich bei der CE-Kennzeichnung beachten?
Als Importeur von China-Ware haften Sie für die Produktkonformität wie ein Hersteller. Produkte, die eine CE-Kennzeichnung benötigen, müssen die Nachweise bei der Einfuhr vorweisen können – der Zoll kann Waren ohne gültige Konformitätsnachweise zurückhalten. Prüfen Sie die Anforderungen vor der Bestellung.
Warum dauert die Zollabfertigung von China-Sendungen aktuell länger?
Rund 91 % aller Kleinsendungen unter 150 € kamen 2024 aus China – der Wegfall der Zollfreigrenze zum 1. Juli 2026 zielt vor allem auf diese Warenströme. Seitdem werden deutlich mehr Sendungen zollrechtlich behandelt und Warenwerte verschärft geprüft. Planen Sie bei zeitkritischen Sendungen einen Puffer ein.
Wer zahlt die Zollgebühren – ich oder mein Lieferant in China?
Das regelt die Lieferbedingung: Bei DAP (Standard) zahlen Sie als Empfänger die Einfuhrabgaben bei Ankunft. Bei DDP übernimmt Ihr Lieferant die Kosten bereits im Voraus. Vereinbaren Sie die Lieferbedingung vor der Buchung schriftlich.
Wie berechne ich die Zollgebühren für meine China-Sendung?
Grundlage ist der CIF-Wert (Warenwert + Versandkosten + Versicherung). Darauf werden der Zollsatz je HS-Code, eventuelle Antidumpingzölle und die Einfuhrumsatzsteuer berechnet. Eine schnelle Schätzung liefert unser Zollrechner.
Diese Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Zollsätze, Freigrenzen und Antidumpingmaßnahmen können sich ändern — Stand der Angaben: 14. Juli 2026.
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