Worum es geht
Von Standard bis Onboard-Kurier
Wann reicht Standardversand, wann muss es Express sein – und was tun, wenn selbst Express nicht schnell genug ist? Björn Ehrich und Nora Zinnecker klären die Grundsatzfrage und sprechen über die Zustellung bis 9 Uhr und was bei einer Verspätung mit Reklamationen möglich ist.
Danach wird es zeitkritisch. Die beiden gehen die Eskalationsstufen durch, bis hin zum Onboard-Kurier, der Ersatzteile im Handgepäck zum Zielort bringt. Im Rapid-Fire-Teil entscheidet Björn an fünf realen Fällen live, welche Versandart passt. Die Fälle reichen vom stillstehenden Offshore-Windpark bis zur Druckerei, bei der jede Stunde Stillstand 8.000 Euro kostet.

Shownotes
Shownotes zu Folge 2
Kapitel
- 00:00 Intro
- 00:31 Express oder Standard: die Grundsatzfrage
- 01:13 Zustellung bis 9 Uhr und Reklamation bei Verspätung
- 01:46 Wann reicht Standardversand?
- 02:22 Economy-Services der Express-Carrier
- 04:33 Wenn Express nicht reicht: die Eskalationsstufen
- 04:58 Direktfahrt: die Sonderfahrt ohne Umschlag
- 06:01 Luftfracht und Onboard-Kurier
- 07:40 Zoll bleibt auch bei Sonderfahrten Pflicht
- 09:04 Rapid Fire: fünf Praxisfälle
- 12:09 Aus dem Kundendienst: Eilsendung zum Konzert
- 16:08 Welcher Carrier für welchen Versand?
- 17:31 Sonderfahrten anfragen
Links aus dieser Folge
- Standard- oder Expressversand – Wann sich Express lohnt
- Expressversand – zeitkritische Sendungen weltweit
- Paketversand – Pakete bis 70 kg in Europa und international
- Versanddienstleister – die Carrier auf der Plattform im Überblick
- Versandvergleich – Carrier-Preise ohne Registrierung vergleichen
- Zolldokumente – Ausfuhrbegleitdokument und weitere Papiere
Mit dabei
- Björn Ehrich – Versand- und Gefahrgutexperte bei LetMeShip
- Nora Zinnecker – Host, Marketing und Produkt bei LetMeShip
Die Themen der Folge
Das Wichtigste aus Folge 2
Express oder Standard: die Grundsatzfrage
Björn nennt Express das Steckenpferd von LetMeShip. Trotzdem fahren viele Sendungen im Standard genauso gut: immer dann, wenn es auf die Zeit nicht ankommt.
Mehr dazu: Standard- oder Expressversand
Zustellung bis 9 Uhr und Reklamation bei Verspätung
Bei Services wie DHL Express 9 Uhr bemüht sich der Carrier, vor 9 Uhr zuzustellen. Die allermeisten Sendungen sind laut Björn auch rechtzeitig da, eine feste Zusage ist das aber nicht.
Kommt die Sendung zu spät, reklamieren Sie die Laufzeit bei LetMeShip. Wir reichen die Reklamation beim Carrier ein. Gibt er ihr statt, erhalten Sie eine Gutschrift oder Teilgutschrift.
Mehr dazu: Expressversand
Wann reicht Standardversand?
Regelmäßige Sendungen innerhalb Deutschlands oder der EU, bei denen es nicht auf einen halben Tag ankommt, sind im Standard gut aufgehoben. Auch Standardversand in die USA oder nach China kommt an, wenn Sie rechtzeitig losschicken.
Mehr dazu: Paketversand
Economy-Services der Express-Carrier
Auch Express-Carrier haben Standarddienste, etwa FedEx Regional Economy, UPS Standard oder DHL Economy Select. Innerhalb Europas fahren sie über die Straße. Interkontinentale Sendungen fliegen ebenfalls, werden aber niedriger priorisiert und liegen im Umschlagdepot unter Umständen ein paar Tage länger.
Bei der Absicherung der Sendung sieht Björn keinen Unterschied zwischen Standard und Express. Dafür erstattet der Carrier bei Express häufig einen Teil oder im besten Fall die gesamten Transportkosten, wenn die vereinbarte Leistung nicht erbracht wird.
Mehr dazu: Versanddienstleister
Wenn Express nicht reicht: die Sonderfahrt
Für besonders eilige Sendungen gibt es Sonderfahrten: Ein Fahrzeug holt die Sendung bei Ihnen ab und bringt sie ohne Umschlag direkt zum Empfänger. Das macht es deutlich wahrscheinlicher, dass die gewünschte Lieferzeit eingehalten wird.
Innerhalb Deutschlands und Europas ist das der übliche Weg. Häufig fahren dafür kleine Fahrzeuge, manchmal wird eine Sendung auch als Zuladung mitgenommen. Für solche Sonderfälle berät Sie Ihr persönlicher Ansprechpartner.
Luftfracht und Onboard-Kurier
Bei interkontinentalen Zielen bleibt als Steigerung die Luftfracht: Ein Luftfrachtdienstleister fliegt die Sendung direkt, im Idealfall ohne Umschlag bis zum Zielflughafen. Der Onboard-Kurier geht noch einen Schritt weiter und nimmt ein Ersatzteil im Handgepäck an Bord eines Linienflugs mit.
Das lohnt sich nur, wenn Stillstand sehr teuer ist, etwa bei einer stehenden Produktionslinie, und kostet deutlich mehr als Express. Auch hier bleibt die Zollpflicht bestehen: Der Kurier muss die Rechnung mitführen, ab 1.000 Euro Warenwert zusätzlich ein Ausfuhrbegleitdokument.
Mehr dazu: Zolldokumente
Rapid Fire: fünf Praxisfälle
Nora legt Björn fünf Fälle vor, und er entscheidet sofort:
- Maschinenbau: Der Servicetechniker kommt am Donnerstag, das Ersatzteil wird am Montag bestellt. Express reicht auf den ersten Blick. Wer das Risiko minimieren will, bucht die Sonderfahrt.
- Dichtungsset fehlt: Der Produktionsstopp kostet 3.000 Euro pro Stunde. Björn wählt die Sonderfahrt.
- Messgerät zur Kalibrierung: Das Labor hat eine Warteliste von zehn Tagen. Die Zeit spielt keine Rolle, also Standard – es sei denn, Express ist günstiger.
- Druckerei mit stehender Maschine: 8.000 Euro Verlust pro Stunde. Björn wählt die Sonderfahrt.
- Offshore-Windpark: Eine Turbine braucht ein Ersatzteil für die Wartungsplattform, der Stillstand kostet 15.000 Euro pro Tag. Kein Standard-Carrier fährt dorthin, also Sonderfahrt bis zum Helikopter.
Aus dem Kundendienst: Eilsendung zum Konzert
500 Merchandise-Artikel sollten zum Einlass eines Konzerts in Münster ankommen, hingen aber im Zustelldepot. Nach mehreren Telefonaten mit dem Carrier brachte dessen Special Service die Sendung doch noch rechtzeitig zur Halle.
Björns Erfahrung: Bis eine solche Sonderfahrt startet, vergehen oft einige Stunden. Den Special Service des Carriers gibt es in Deutschland, im Ausland sollten Sie sich nicht darauf verlassen. Eine Reklamation der Express-Leistung bleibt davon unabhängig möglich.
Welcher Carrier für welchen Versand?
Beliebt für den innerdeutschen Standardversand ist DPD. International gibt es Standard- und Expressdienste von UPS, FedEx und DHL. Sonderfahrten und Kuriereinsätze übernehmen spezialisierte Spediteure und Kuriere, die nahezu alle Teile der Welt beliefern.
Mehr dazu: Versanddienstleister · Versandvergleich
Sonderfahrten anfragen
Für Sonderfahrten wählen Kunden keine Buchung mit Festpreis, sondern stellen eine unverbindliche Anfrage. Sie geht an den zuständigen Vertriebsmitarbeiter und an Spediteure und Kuriere, deren Angebote nach und nach eintreffen.
Wie schnell Angebote kommen, hängt von Strecke, Größe, Gewicht und Termin ab: Von Hamburg nach Hannover gibt es deutlich mehr und schnellere Angebote als von Hamburg nach Kampala.
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Transkript
Die ganze Folge zum Nachlesen
Das Transkript basiert auf den Untertiteln der Folge und ist leicht geglättet. Es gilt das gesprochene Wort.
00:00 · Intro
Das ist Simplify Shipping, der Podcast für alle, die nicht jeden Tag versenden, aber wenn, dann richtig. Mit Björn Ehrich und Nora Zinnecker von LetMeShip. Ja, moin, herzlich willkommen zu Simplify Shipping, dem Podcast für alle, die expertenmäßig versenden müssen, aber keine Versandexperten sind. Mit mir dabei ist heute wieder das wandelnde Versandlexikon, mein Kollege Björn Ehrich. Moin Nora. Moin Björn.
00:31 · Express oder Standard: die Grundsatzfrage
Und heute geht es um eine Frage, die mich nachts wach hält. Und zwar, wann sollte ich eher Express und wann sollte ich eher Standardversand nehmen? Ich glaube, eine Frage, über die die meisten Menschen noch nie nachgedacht haben. Aber wenn es jetzt um Versand geht, sag doch mal, was würde man grundsätzlich antworten? Also grundsätzlich lautet das Credo von LetMeShip immer, dass Expressversand unser Steckenpferd ist. Ich könnte jetzt sagen: immer Express.
Ja, jetzt müssen wir schon eine kurze Antwort haben. Ja, es gibt natürlich auch viele Sendungen, die im Standard genauso gut fahren wie im Express, weil die Zeit einfach nicht die große Rolle spielt. Ja. Zeit hast du jetzt schon gesagt bei Express.
01:13 · Zustellung bis 9 Uhr und Reklamation bei Verspätung
Ich habe mal reingeschaut, es gibt ja diese Namen von den Services, also DHL Express 9 Uhr. Ist das dann auch wirklich um 9 da? Ist das garantiert? DHL bemüht sich, vor 9 zuzustellen, und ich würde sagen, die allermeisten Sendungen sind auch vor 9 da. Okay, super. Kann ich mich beschweren, wenn es nicht klappt? Kann ich dann irgendwie ein Claim erstellen? Ja, klar. Reklamierst du bei uns die Laufzeit, wir reichen die Reklamation an DHL ein, und wenn DHL eine Reklamation stattgibt, bekommst du eine Gutschrift oder eine Teilgutschrift.
Okay.
01:46 · Wann reicht Standardversand?
Und sag mal, wenn wir jetzt mal über Standardversand sprechen. Ich habe bei Standardversand ehrlicherweise eher so im Kopf, jemand hat regelmäßige Sendungen, die er zum Beispiel innerhalb von Deutschland oder innerhalb der EU verschickt, wo es nicht so sehr darauf ankommt, ob jetzt einen halben Tag früher oder später die Ware da ist. Und kann man das so grundsätzlich sagen, oder kann man auch mit einem guten Gewissen Standardversand zum Beispiel in die USA oder nach China oder sonst irgendwohin versenden, und das kommt trotzdem an?
Es kommt an, ja. Weil die Leute natürlich rechtzeitig ihre Dinge abschicken.
02:22 · Economy-Services der Express-Carrier
Björn, pass auf. Ich habe bei uns bei LetMeShip gesehen, es gibt von den typischen Express-Carriern wie zum Beispiel FedEx, UPS, DHL Express auch immer noch Economy Services. Ist das dann so ein Standardservice oder ist es nur DPD und GLS zum Beispiel? Nein, also UPS, FedEx, DHL bieten auch Standarddienste an. Der nennt sich dann zum Beispiel FedEx Regional Economy oder einfach UPS Standard, oder wir haben bei DHL einen sogenannten Economy Select, das sind Standarddienste.
Und die unterscheiden sich in der Regel dadurch, dass sie zumindest im internationalen Verkehr nicht geflogen, sondern über die Straße transportiert werden, innereuropäisch. Okay, aber wenn ich jetzt in die USA verschicke, dann wird es wahrscheinlich trotzdem geflogen? Der wird fliegen, der wird nicht per Seefracht befördert, sondern der fliegt natürlich auch. Aber die Priorisierung ist eine andere. Das heißt, der liegt dann vielleicht ein paar Tage länger im Umschlagdepot als ein Express.
Und gibt es da noch andere Unterschiede, wie Richtung Versicherung oder diese Grundsicherung von Paketen, wo ich gar nicht unbedingt eine Versicherung abschließen muss, aber so eine Art Grundwert ist trotzdem abgesichert? Gibt es da noch Unterschiede? Naja, also da sehe ich eigentlich keinen Unterschied zwischen Standard und Express. Also ein Unterschied ist tatsächlich der, dass du beim Express häufig so etwas wie eine Geld-zurück-Garantie hast, wenn eben die vereinbarte Leistung nicht erbracht wurde, dann erstattete der Dienstleister entweder einen Teil oder bestenfalls die gesamten Transportkosten.
Das spricht für mich jetzt irgendwie alles für Express. Absolut. Zumal auf manchen Routen, das weiß ich jetzt von unseren lieben Kollegen im Vertrieb, auf manchen Routen sind wir tatsächlich von dem, was wir anbieten für unsere LetMeShip-Kunden, sind wir ja sogar im Express günstiger als bei den Economy-Raten, wobei das auch Verhandlungssache ist und jetzt nicht grundsätzlich der Fall. Aber ja, das finde ich auf jeden Fall ganz spannend.
In dem Fall würde ich dann Express nehmen. Das klingt wie eine Werbung für Express, aber ich meine es ernst. Also wenn man sagen kann, ich kriege Geld zurück, wenn die Leistung nicht erbracht wurde, dass es um 10, 11, 12 oder auch um 9 Uhr ankommen soll, dann spricht doch wirklich vieles dafür. Finde ich gut.
04:33 · Wenn Express nicht reicht: die Eskalationsstufen
Und sag mal, wenn jetzt Express nicht ausreicht, was gibt es da noch für Eskalationsmöglichkeiten? Also ich habe so im Kopf, wie in so einem Spionagefilm, Jason Bourne mit einem Aktenkoffer. So stelle ich mir ungefähr so einen Onboard-Kurier vor. Aber gibt es vielleicht noch irgendwas unter Jason Bourne, irgendwas, was so ein bisschen für den allgemeinen Menschen, der businessmäßig was versenden möchte, was der noch buchen könnte?
04:58 · Direktfahrt: die Sonderfahrt ohne Umschlag
Ja, also wir haben in der europäischen Straßentransport gut 20 Spediteure, mit denen wir zusammenarbeiten, die sogenannte Same-Day- oder Spezialversanddienste anbieten. Und da wird dann tatsächlich eine Direktfahrt angeboten von der Absenderadresse des Kunden direkt zum Empfänger. Die Sendung wird nicht umgeschlagen, anders als bei den sogenannten Linehauls, die eben über Linien laufen, über sogenannte Hubs, über Verteilerknoten, sondern es sind Direktfahrten, und dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gewünschte Lieferzeit eingehalten wird, sehr viel höher.
Okay, das passt ja dann, wenn ich zum Beispiel innerhalb von Deutschland oder innerhalb von Europa was versenden möchte. Also der LKW kommt, ich lade meine Ware ein, und die wird ohne Zwischenhalt, außer natürlich die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen, direkt zugestellt. Aber was ist, wenn ich jetzt doch was nach Indien oder nach Malaysia verschicken möchte, und das soll sehr schnell ankommen? Was gibt es dann noch für Möglichkeiten?
06:01 · Luftfracht und Onboard-Kurier
Also es gibt als Option noch die Luftfracht, Airfreight. Also wie du schon sagst, Express und auch Standard wird interkontinental natürlich geflogen. Aber Airfreight bedeutet dann eben, dass tatsächlich die Sendung über einen Luftfrachtdienstleister direkt geflogen wird, möglicherweise auch nicht umgeschlagen, sondern im Idealfall direkt zum Zielflughafen gebracht wird. Was sind denn das für Sendungen, wo unsere Kunden so eskalieren würden?
Das sind in der Regel besonders wichtige Sendungen. Ja, aber was könnte das denn sein? Jetzt hol doch mal was aus dem Nähkästchen. Ich stelle mir zum Beispiel vor, dass irgendwo ein CEO sitzt und ein Visum benötigt, ohne das er seinen Flieger nicht besteigen kann, oder dass tatsächlich ein Ersatzteil benötigt wird, ohne das eine Maschine hängt, eine Produktionslinie hängt und am Tag fünf- oder gar sechsstellige Verluste entstehen, weil eben dieses Ersatzteil nicht da ist.
Autsch, ja, da kann man schon mal Jason Bourne auch beauftragen. Durchaus, durchaus. Geld spielt keine Rolle. Ja, ganz richtig. So, und der Onboard-Kurier, der wird dann tatsächlich das Ersatzteil in sein Handgepäck nehmen und dann einen Linienflieger in der Regel besteigen und die gewünschte Destination anfliegen und das Teil ausliefern. Okay. Wie viel teurer ist das dann als so ein Expressversand? Deutlich teurer. Also stell dir vor, du sagst, ich muss das Teil morgen in Kuala Lumpur abliefern.
Ich buche mir heute einen Flug aus Frankfurt. Da sind wir in den Tausendern. Ja gut, du musst ja auch noch die Person und den Flug und die Sendung, da kommt einiges zusammen.
07:40 · Zoll bleibt auch bei Sonderfahrten Pflicht
Aber ich muss bestimmt trotzdem mich immer noch um die ganzen Zollsachen kümmern, oder? Kann ich sagen, wenn ich jetzt Jason Bourne mal auftrage, dass dann das sich wenigstens erledigt? Also die Zollpflicht besteht weiterhin. Jason Bourne wird die entsprechende Rechnung mitführen müssen. Er wird ein Ausfuhrbegleitdokument bei sich tragen müssen, aber ab dem Warenwert von 1.000 Euro. Okay, schade eigentlich. Und jetzt noch in eigener Sache.
Kurze Pause und ein Tipp für alle, die international versenden, aber sich nicht mit jedem Versand einen Ansprechpartner suchen wollen. Mit LetMeShip Next bucht ihr in wenigen Minuten selbst. Preise verschiedener Carrier direkt vergleichen, sofort buchen, Zolldokumente automatisch erstellen. Kein Papierkram, kein Warten auf ein Angebot. Und falls ihr doch mal unsicher seid, der Support ist trotzdem da. Jetzt mit 30 % auf eure erste Sendung starten.
Mit dem Code SIMPLIFY30 auf letmeship.com/de/podcast. Und gibt es noch andere verrückte Spezialversandmöglichkeiten, die wir noch nicht besprochen haben? Also wir hatten jetzt ja die Direktfahrt, also der LKW kommt, wir hatten den Onboard-Kurier. Was gibt es denn noch? Also Luftfracht hattest du auch noch erwähnt. Ich habe das dann in Jason Bourne verwandelt. Aber ja, es ist ja ein ernstzunehmendes Angebot, das es tatsächlich gibt.
Ja, auch das sind so die gängigen Spezialoptionen. Okay.
09:04 · Rapid Fire: fünf Praxisfälle
Ja, wir machen jetzt ein bisschen Rapid Fire. Du sagst mir, welche Versandart am sinnvollsten ist. Und ich habe hier so Fallbeispiele dabei, habe ich mir ausgedruckt. Ja, gerne. Also erstens, ein Maschinenbauunternehmen hat eine Anlage mit gelegentlichen Aussetzern. Klingt schon mal nicht gut. Der Servicetechniker kommt am Donnerstag, ist fest eingeplant. Jetzt ist es Montag. Heute ist Montag und das Ersatzteil wird bestellt.
Die Standardlieferung ist Dienstag oder Mittwoch da. Express wäre um 9 Uhr am Dienstag da. Was empfiehlst du mir? Also auf den ersten Blick ist der Express hinreichend. Wenn der Kunde das Risiko minimieren will, dann sage ich ihm: Buch die Sonderfahrt. Ja, ich weiß nicht, wenn die Anlage auch schon gelegentliche Aussetzer hat, das klingt so, als müsste man da mal ran. Na, okay. Nächster Fall: ein Produktionsstopp wegen einem Dichtungsset, das fehlt.
Jede Stunde kostet 3.000 Euro. Was machen wir? Sonderfahrt. Alles klar. Nächster Fall, Björn. Ein Pharmaunternehmen in Düsseldorf schickt ein Messgerät zur jährlichen Kalibrierung raus. Das Labor in München hat eine Warteliste von zehn Tagen. Die sind schon gut ausgelastet. Das heißt, egal wann das Gerät ankommt, diese zehn Tage liegt es da noch rum. Standardlieferung wäre Freitag, Express Mittwoch. Wir haben Montag weiterhin.
Was würdest du wählen? Also da scheint die Zeit sekundär zu sein. Da würde ich, glaube ich, den Standard nehmen. Ja, soll ja eigentlich ausreichen. Außer Express hat einen besseren Preis und du kannst dann eine Claim … Das könnte sein. Haben wir ja gelernt. Ich habe da noch ein paar mehr Beispiele dabei auf einem weiteren Zettel. Ja, gerne. Ich drucke gerne Sachen aus. Pass auf. Eine Druckerei in Leipzig hat wieder eine Maschine stehen, und 8.000 Euro in der Stunde gehen verloren dadurch.
Produktionsschaden. Was machen wir? Ich würde die Sonderfahrt buchen. Okay. Oh, jetzt hier, pass auf, jetzt kommt es. Der Offshore-Windpark vor Rügen. Eine Offshore-Turbine hat einen Defekt. Der Stillstand kostet 15.000 Euro am Tag. Das Ersatzteil muss auf eine Wartungsplattform, und kein Standard-Carrier schickt da hin. Okay. Ich sehe den armen DPD-Boten, der versucht, zum Offshore-Windpark zu gelangen. Zu schwimmen.
Das tut mir ein bisschen leid, ja. Aber was machen wir da? Ja, Speedboat, Hovercraft, Hubschrauber, Fallschirm, auf jeden Fall Sonderfahrt. Ja, und dann kann man sich auch einen Helikopter buchen, oder? Also für solche Fälle. Wir machen alles möglich. Gibt es Offshore-Parks, die selber so einen Helikopter haben, um Ersatzteile rauszubringen, bestimmt, oder? Ich glaube, ja. Wahrscheinlich. Aber wir würden die Direktfahrt organisieren, damit zumindest zum Helikopter diese Turbine hinkommt, und dann kann sie mit dem Helikopter rübergebracht werden.
Genau. Machen wir alles möglich. Auf jeden Fall. Richtig nice. Ja, schön bei LetMeShip.
12:09 · Aus dem Kundendienst: Eilsendung zum Konzert
Björn, hast du noch ein paar andere Beispiele von wichtigen Sendungen? Ja, ich erinnere mich an eine Sendung, da hat ein Händler, ein Anbieter für Merchandise-Artikel, hat 500 T-Shirts oder Caps eines bekannten Rappers zu einem Konzert nach Münster verschicken wollen, und leider hing diese Sendung im Depot. Ungünstig. Und die musste natürlich um 19, spätestens 20 Uhr, wenn sich die Türen der Konzerthalle öffnen, eingetroffen sein.
Und deswegen habe ich dann mit dem Kunden und vor allem auch mit dem Special Service von FedEx sehr viele Telefonate geführt, damit eben dieser Transport aus dem Zustelldepot zur Konzertstätte noch sichergestellt werden konnte. Okay, das klingt aber, als wäre das jetzt richtig mit Zeitdruck gewesen. Zeitdruck war auf jeden Fall dabei. Ja. Und die Schwierigkeit ist tatsächlich die: Obwohl man dem Dienstleister sagt, ja, die Sonderfahrt ist gewünscht, vergehen in der Regel noch häufig Stunden, bis es dann wirklich geschieht.
Ach so, warte mal, die Sonderfahrt macht der Dienstleister selbst, oder musst du die nochmal extern organisieren? Also tatsächlich bietet FedEx beziehungsweise TNT einen sogenannten Special Service an. Okay. Hausintern. Ja. Das sind dann häufig zwei externe Dienstleister, die diese Fahrt erledigen, aber FedEx bietet es an. Moment, widerspricht sich das nicht? Also ich habe jetzt meinen Express-Dienstleister gebucht. Die Sendung ist im Zieldepot angekommen.
Aber erstens hat er es nicht bis zum Ziel zugestellt, wie eigentlich vereinbart. Und dann muss ich auch noch die Sonderfahrt bezahlen? Also, hä? Kriege ich dann was wieder? Kann ich das claimen? Ja, du kannst es claimen. Wobei das ist dann ungeachtet von der Sonderfahrt und deren Kosten zu betrachten. Also stell dir das so vor, die Fahrzeuge werden normalerweise morgens beladen. In diesem Fall blieben die 500 Caps leider liegen im Depot.
Dem Kunden fiel irgendwann auf, meine Sendung ist nicht zugestellt. Er ruft mich an, es ist Nachmittag, ich sage, ja, okay, die Fahrzeuge sind raus, FedEx wird sie heute nicht mehr zustellen, ich kann aber beim Special Service für dich anfragen. Okay, das heißt, es ist eigentlich so ein klassischer Fall, ja, man könnte das claimen, also im Normalfall würde es vielleicht dann am nächsten oder übernächsten Tag zugestellt werden, und man würde dann halt sagen, ey, meine Express-Sendung hat nicht so geklappt, wie ich das eigentlich wollte.
Genau. Und das ist dann die Notlösung, wenn es doch wirklich sehr dringend ist. Und das kann man weltweit organisieren, oder ist das eher schwieriger? Also ich weiß, dass es von FedEx diesen Special Service in Deutschland gibt. Okay. Im Ausland würde ich mich nicht zwingend drauf verlassen. Ja, das ist auch so ein bisschen der klassische Fall, den man von sich selber im Onlineshopping kennt. Man denkt, ah ja, super, hier wird schon angezeigt, heute kommt die Sendung an zwischen 11 und 18 Uhr, und dann kommt irgendwann auch so „nee, doch am nächsten Tag“.
Nur wenn es eben um, ich sag mal, businessrelevante Sendungen geht, kann man vielleicht nicht so entspannt einfach noch abwarten. Also am Ende kamen die Sachen rechtzeitig an. Spät, aber vor Konzertbeginn. Also das Konzert war gerettet. Ja. Mega, in dem Fall warst du also Jason Bourne. Gewissermaßen, am Telefon. Nice. So ist es, im Customer Service zu arbeiten. Man macht Unmögliches möglich. Tagtäglich. Und hast du auch schon mal so einen Onboard-Kurier organisiert?
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern. Ein Kollege erzählte mir gerade vor ein paar Tagen davon, dass er einen Onboard-Kurier nach Taiwan organisierte, weil dem Kunden der Express letztlich zu unsicher war. Das Geld spielte keine Rolle. Die Marge war gut. Alle haben gewonnen. Oh, mega. Weißt du, was er verschicken wollte? Ich glaube, ein Ersatzteil. Ja, guck, da haben wir es wieder. Bestimmt lag die Produktion still, und das hat so viel gekostet, dass dann der Versand quasi nur so egal war.
Genau. Okay. Jetzt haben wir ja schon sehr viel besprochen, was es für Unterschiede gibt, was es für, ich sag mal, Eskalationsmöglichkeiten gibt, abseits vom Standard- und Expressversand.
16:08 · Welcher Carrier für welchen Versand?
Aber welche Carrier sind denn für was zuständig und gut? Also wann kann ich wen buchen? Ja. Wann kannst du ihn buchen? Also ein typischer, ein beliebter Carrier für den Standardversand, insbesondere den innerdeutschen Standardversand, ist bei uns DPD. Wir bieten auch UPS an. Internationalen Standard bieten wir mit UPS, mit FedEx, mit DHL. Und was ist mit den Direktfahrten, Sonderfahrten, Onboard-Kurier? Was sind das dann für Dienstleister?
Also da haben wir gut zwei Dutzend Spediteure, mit denen wir zusammenarbeiten, und die beliefern nahezu alle Teile der Welt. Ich könnte jetzt ja eine Standard- oder Express-Sendung bei uns direkt über das Portal buchen, einfach vergleichen und dann halt den auswählen, von dem ich denke, dass er das gut macht. Oder ich rufe nochmal an, um mich rückzuversichern, dass der Carrier auch in das Zielgebiet zuverlässig liefert.
Denn da gibt es ja Unterschiede, wie wir schon in einer anderen Episode besprochen hatten. Und wenn ich jetzt aber eine Direktfahrt oder einen Onboard-Kurier oder sonst irgendwas buchen würde, da würde ich jetzt wahrscheinlich anrufen oder mich im Chat melden bei euch und fragen, wen, wie und was ich da am besten buche. Ist das so der beste Weg, oder was würdest du jetzt sagen?
17:31 · Sonderfahrten anfragen
Also Kunden rufen gerne an und fragen nach Sonderfahrten, aber der typische Weg ist eigentlich, dass sie über das Portal eine unverbindliche Anfrage stellen. Das ist die gleiche Eingabemaske wie auch in der Buchung eines Standard- oder Expressversands, nur dass am Ende eben kein Preis angezeigt wird und keine verbindliche Buchung erfolgt, sondern eben eine unverbindliche Anfrage gestartet wird. Und die bekommt erstmal der zuständige Vertriebsmitarbeiter, die zuständige Vertriebsmitarbeiterin auf den Tisch.
Sie geht aber auch automatisiert an etwa 20 Spediteure und Kuriere, mit denen wir zusammenarbeiten. Also dann ist es ja tatsächlich auch ein Vergleich, wie bei Standard- und Expressversand. Nur sehe ich nicht sofort das Ergebnis. Ja, gewissermaßen. Also die Kuriere bekommen die Anfrage, und deren Angebote gehen dann eben peu à peu ein bei den Sales-Mitarbeitern. Ja, klingt auf jeden Fall für mich als Kunde jetzt komfortabler, als wenn ich selber die Preise vergleichen müsste.
Auf jeden Fall. Weil ich ja so viele Einzelne anschreiben müsste, theoretisch. Und ich fühle mich gestresst, weißt du, weil ich habe eine Sendung, die dringend zugestellt werden muss. Ja, schön, wenn sich jemand drum kümmert. Ja. Und die Reaktionszeit, die erfolgt dann eben in Abhängigkeit deiner Lieferung. Wie groß, wie schwer ist die Lieferung? Wann soll sie befördert werden? Wohin soll sie befördert werden? Wenn ich eine Anfrage stelle, beispielsweise von Hamburg nach Hannover, dann werde ich sehr viel schneller sehr viel mehr Angebote bekommen, als wenn die Strecke lautet Hamburg nach Kampala beispielsweise.
Einfach, weil es nicht so viele Anbieter gibt? Ja. Ja, okay. Weil sehr regelmäßig Spediteure aus Hamburg nach Hannover fahren. Ja, und dann nehmen sie das einfach noch mit? Ganz genau. Als kleines Beigeschäft? Ja. Aha, heißt das, es kann bei einer Direktfahrt auch sein, dass ich nicht die Ladefläche von dem LKW für mich habe mit meiner Sendung, sondern dass ich einfach noch dazugestellt werde mit anderen Lieferungen? Das kann Zuladung sein, ja.
Aber es gibt eben tatsächlich auch Sonderfahrten mit kleinen Fahrzeugen, mit PKW. Sehr beliebt sind tatsächlich kleinere Fahrzeuge, weil diese unter 2,5 Tonnen Gesamtgewicht keinen Fahrtenschreiber benötigen. Aha. Da möchte ich jetzt eigentlich gar nicht näher drauf eingehen. Ja, ja. Wir lassen es mal so stehen. Ja. Das war’s wieder für heute mit Simplify Shipping. Wir sehen uns beim nächsten Mal wieder, und alle Rabattcodes und Links findet ihr wie immer in den Shownotes.
Das war eine neue Folge Simplify Shipping. Alle Folgen und Shownotes gibt’s auf letmeship.com/de/podcast. Bis zur nächsten Folge.