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Zusammenfassung

Was bedeutet Limited Quantity (LQ)?

Limited Quantities – begrenzte Mengen nach Kapitel 3.4 ADR – sind Gefahrgüter, die in so kleinen Mengen je Innenverpackung und Versandstück befördert werden, dass ein Teil der Gefahrgutvorschriften entfällt. Statt der vollen Kennzeichnung trägt das Versandstück die LQ-Kennzeichnung, und die Dokumentationspflichten sind reduziert. Das Gut bleibt Gefahrgut – nur der Aufwand sinkt.

LQ, EQ und voll regulierter Versand im Vergleich

Drei Stufen, abgestuft nach Menge je Verpackung. Je kleiner die Menge, desto geringer der Aufwand:

Excepted Quantities (EQ)Limited Quantities (LQ)Voll reguliert
RechtsgrundlageKapitel 3.5 ADR, Abschnitt 2.6 IATA-DGRKapitel 3.4 ADRADR bzw. IATA-DGR vollständig
MengenSehr kleine Mengen je Innen- und AußenverpackungBegrenzte Mengen je Innenverpackung und VersandstückKeine Mengenerleichterung
KennzeichnungEQ-KennzeichenLQ-KennzeichenGefahrzettel, UN-Nummer, Versandbezeichnung
Typischer FallLaborproben, KleinstmengenParfum, Kosmetik, Aerosole, Farben im KleingebindeGrößere Gebinde, Sammelsendungen
Über LetMeShipJa, nach FreischaltungJa, nach FreischaltungJa, nach Freischaltung – bis zur 1000-Punkte-Grenze

Unsere Sonderbedingungen gelten ausdrücklich für alle drei Stufen – einschließlich des Transports von Leerverpackungen, mit denen Gefahrgüter transportiert wurden. Eine ungereinigte, aber leere Spraydose bleibt also gefahrgutrelevant. Dieser Punkt wird regelmäßig übersehen.

Parfum, Kosmetik und Aerosole versenden

Der gefahrgutrelevante Anteil steckt fast immer in einer von zwei Eigenschaften: dem Treibgas in der Druckgaspackung oder dem Alkoholgehalt in der Rezeptur. Daraus ergeben sich die typischen Konstellationen:

  • Spraydosen aller Art – Deodorants, Haarsprays, Schäume, technische Sprays – laufen als Druckgaspackungen unter UN 1950 in Klasse 2.
  • Parfum und Eau de Toilette ohne Treibgas sind wegen des Alkoholgehalts entzündbare Flüssigkeiten der Klasse 3.
  • Nagellack, Nagellackentferner und Duftöle fallen je nach Rezeptur ebenfalls in Klasse 3.
  • Cremes, Lotionen und wasserbasierte Kosmetik sind in der Regel kein Gefahrgut – hier lohnt der Blick ins Sicherheitsdatenblatt, bevor Sie aufwendig deklarieren.

Typische Absender sind Kosmetikhersteller und -distributoren, Parfümerien mit B2B-Versand, Onlinehändler mit Geschäftskundengeschäft und Hersteller technischer Sprays. Ob Ihre Artikel LQ-fähig sind, hängt von UN-Nummer, Verpackungsgruppe und Füllmenge je Gebinde ab. Die Angaben dazu stehen im Sicherheitsdatenblatt, Abschnitt 14.

So verpacken Sie Spraydosen und Flakons

Aerosole und Glasflakons haben zwei Schwachstellen: das Ventil und den Bruch. Beides adressieren Sie über die Verpackung. Verwenden Sie eine unbeschädigte Außenverpackung, die den mechanischen Belastungen des Transports standhält, und polstern Sie jedes Gebinde so, dass es sich nicht gegen die Nachbarn oder gegen die Kartonwand bewegen kann. Spraydosen sollten so liegen, dass das Ventil nicht durch Druck von außen auslösen kann; Glasflakons brauchen eine Innenverpackung, die auch bei Bruch die Flüssigkeit zurückhält.

Die Kennzeichnung gehört auf die Seiten oder die Oberseite des Kartons – auf der Unterseite angebrachte Etiketten und Dokumente führen zur Ablehnung der Sendung. Ausgenommen ist allein die UN-Kennzeichnung der Verpackung selbst. Wird ein Karton wiederverwendet, müssen alte Gefahrgutkennzeichen vorher restlos entfernt werden.

Grenzen und Ausschlüsse

Auch im LQ-Rahmen gelten Grenzen. Diese sind für Aerosol- und Kosmetiksendungen die wichtigsten:

  • Zusammenladeverbot: Verschiedene UN-Nummern dürfen nicht in einem Versandstück oder einer Umverpackung zusammengepackt werden. Eine Sendung mit Haarspray und Parfum in einem Karton ist damit ausgeschlossen.
  • Kein Acetylen: UN 1001 (Acetylen, gelöst) ist vom Luft- und Straßentransport ausgeschlossen.
  • Feuerzeuge: Vom Straßentransport ausgeschlossen, wenn sie nicht nach 1.1.3.6 ADR versandt werden.
  • Erhitzte Stoffe: Stoffe, die bei erhöhter Temperatur transportiert werden müssen (UN 3256, UN 3257), sowie generell Stoffe, die einer Temperaturkontrolle unterliegen.
  • 1000-Punkte-Grenze: Im Straßentransport endet der Plattform-Versand an den Höchstmengen nach ADR 1.1.3.6. Für Palettenmengen Aerosole brauchen Sie eine spezialisierte Spedition.

Die vollständigen Ausschlüsse stehen in unseren Sonderbedingungen für Gefahrgutversandbuchungen. Wie der Freigabe-Termin abläuft und welche Klassen wir insgesamt abbilden, steht auf der Seite zum Gefahrgut-Versand.

Björn E., Gefahrgutbeauftragter bei LetMeShip

Bereit für Ihren Freigabe-Termin?

15 Minuten, online per Video oder Telefon. Bei passenden Voraussetzungen schalten wir Sie direkt im Gespräch frei. Sie sind unsicher, ob Ihre Sendung überhaupt durchgeht? Fragen Sie vorab kurz nach, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr.


FAQ

Häufige Fragen zum LQ-Versand

Ist Parfum Gefahrgut?

In der Regel ja. Parfum und Eau de Toilette enthalten Alkohol und gelten damit als entzündbare Flüssigkeiten der Klasse 3. Kommt ein Treibgas hinzu, handelt es sich um eine Druckgaspackung der Klasse 2. Im Kleingebinde ist der Versand meist als Limited Quantity möglich.

Was ist der Unterschied zwischen LQ und EQ?

Beides sind Mengenerleichterungen, EQ ist die strengere Stufe mit noch kleineren Mengen. LQ richtet sich nach Kapitel 3.4 ADR, EQ nach Kapitel 3.5 ADR bzw. Abschnitt 2.6 IATA-DGR. Beide Stufen haben eine eigene Kennzeichnung und reduzierte Dokumentationspflichten – das Gut bleibt in beiden Fällen Gefahrgut.

Muss ich leere Spraydosen als Gefahrgut deklarieren?

Ja, sofern sie nicht gereinigt sind. Unsere Sonderbedingungen für Gefahrgutversandbuchungen gelten ausdrücklich auch für den Transport von Leerverpackungen, mit denen Gefahrgüter transportiert wurden.

Darf ich Parfum und Haarspray zusammen verschicken?

Nicht in einem Versandstück. Gefahrgüter verschiedener UN-Nummern, die in einem Versandstück oder einer Umverpackung zusammengepackt sind, sind über LetMeShip vom Transport ausgeschlossen. Parfum (Klasse 3) und Haarspray als Druckgaspackung (Klasse 2) haben unterschiedliche UN-Nummern und müssen deshalb getrennt versendet werden.