Muss ich für Sendungen aus den USA Zoll zahlen?
In vielen Fällen aktuell: nein. Seit dem 1. Juli 2026 gewährt die EU auf Grundlage des EU-US-Handelsrahmens (Verordnung (EU) 2026/1455) 0 % Zoll auf die meisten US-Industriegüter – darunter Chemikalien, Pharmaprodukte, Kunststoffe, Metalle, Maschinen und Fahrzeuge. Die Regelung ist bis zum 31. Dezember 2029 befristet. Voraussetzung ist der Nachweis des US-Ursprungs samt Direktbeförderung. Ohne Ursprungsnachweis gilt weiterhin der reguläre Drittlandszollsatz nach Zolltarifnummer. Die Einfuhrumsatzsteuer (19 % bzw. 7 %) fällt in beiden Fällen an.
Einfuhrzoll USA im Überblick
| Kennzahl | Regelung (Stand: 14. Juli 2026) |
|---|---|
| Zollsatz Industriegüter mit US-Ursprungsnachweis | 0 % (EU-US-Abkommen, VO (EU) 2026/1455, gültig 01.07.2026–31.12.2029) |
| Zollsatz ohne Ursprungsnachweis | Regulärer Drittlandszollsatz je Zolltarifnummer (z. B. Pkw: 10 %) |
| Einfuhrumsatzsteuer | 19 % (Regelsatz) / 7 % (ermäßigt) – unverändert |
| Kleinsendungen bis 150 € Warenwert | Pauschale von 3 € pro Warengruppe (Übergangsregelung seit 01.07.2026) |
| EU-Ausgleichszölle auf US-Waren | Derzeit ausgesetzt (bis 06.08.2026, Verlängerung möglich) |
| Berechnungsgrundlage | Warenwert + Versandkosten + Versicherung (CIF-Wert) |
Quellen: Generalzolldirektion (zoll.de), GTAI · Stand: 14. Juli 2026
So berechnen Sie Ihre Einfuhrabgaben aus den USA
- HS-Code ermitteln: Finden Sie die Zolltarifnummer Ihrer Ware mit unserem HS-Code-Finder – sie bestimmt den Zollsatz und ist Grundlage jeder Zollanmeldung.
- Ursprung prüfen: Liegt nachweisbarer US-Ursprung vor (vollständig in den USA gewonnen oder dort letzte wesentliche Be-/Verarbeitung), profitieren Sie vom 0-%-Präferenzzollsatz.
- Abgaben berechnen: Ermitteln Sie den CIF-Wert (Warenwert + Versand + Versicherung) und nutzen Sie unseren Zollrechner für eine schnelle Schätzung inklusive Einfuhrumsatzsteuer.
Wer zahlt den Zoll – Empfänger oder Absender?
Standardmäßig zahlt der Empfänger in Deutschland die Einfuhrabgaben bei Ankunft der Sendung (Lieferbedingung DAP). Vereinbaren Sie mit Ihrem US-Geschäftspartner DDP, übernimmt dieser die Kosten bereits im Voraus. Klären Sie die Lieferbedingung vor der Buchung – das vermeidet Verzögerungen bei der Zollabfertigung.
Aktuell 2026: Was sich für US-Importe geändert hat
- Seit 01.07.2026: 0 % Zoll auf die meisten US-Industriegüter mit Ursprungsnachweis (EU-US-Abkommen, befristet bis Ende 2029) sowie Zollkontingente für ausgewählte Agrarprodukte.
- Seit 01.07.2026: Wegfall der 150-€-Zollfreigrenze – für Kleinsendungen gilt die 3-€-Pauschale pro Warengruppe.
- EU-Ausgleichszölle auf US-Waren ausgesetzt (aktuell bis 06.08.2026) – es werden derzeit keine Zusatzzölle erhoben.
- Ausnahme: Für US-Biodiesel gelten weiterhin Antidumping- und Ausgleichszölle (Überprüfung läuft, Stand Juli 2026).
Die Lage im EU-US-Handel bleibt in Bewegung. Wir prüfen und aktualisieren diese Angaben regelmäßig – verbindlich sind stets die Veröffentlichungen der Generalzolldirektion.
Sie versenden von Deutschland in die USA?
In der Gegenrichtung erheben die USA seit August 2025 Zölle ab dem ersten Dollar – die frühere 800-$-De-minimis-Grenze ist ausgesetzt. Für EU-Waren gilt seit dem 1. Juli 2026 eine Zollobergrenze von 15 % im Rahmen des Abkommens (Stand: 14. Juli 2026). Alles Weitere zu Preisen, Laufzeiten und Buchung finden Sie auf unserer Seite Versand in die USA. Sie möchten regelmäßig Waren aus den USA beziehen? Dann unterstützt Sie unser Import-Service USA bei Buchung und Abwicklung.
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FAQ
Fragen und Antworten zum Einfuhrzoll USA
Wie hoch ist der Zoll bei der Einfuhr aus den USA?
Für die meisten US-Industriegüter mit Ursprungsnachweis gilt seit dem 1. Juli 2026 ein Präferenzzollsatz von 0 %. Ohne Ursprungsnachweis greift der reguläre Drittlandszollsatz je Zolltarifnummer – beispielsweise 10 % bei Pkw. Hinzu kommt in beiden Fällen die Einfuhrumsatzsteuer.
Ab welchem Warenwert zahlt man Zoll bei US-Sendungen?
Eine Zollfreigrenze gibt es seit dem 1. Juli 2026 nicht mehr. Für Kleinsendungen bis 150 € Warenwert gilt übergangsweise eine Pauschale von 3 € pro Warengruppe. Die Einfuhrumsatzsteuer fällt unabhängig vom Warenwert an.
Was brauche ich für den 0-%-Zollsatz auf US-Waren?
Sie benötigen den Nachweis des nichtpräferenziellen US-Ursprungs (Ware vollständig in den USA gewonnen oder dort zuletzt wesentlich be- oder verarbeitet) sowie einen Nachweis der Direktbeförderung. Ohne diese Nachweise wird der reguläre Drittlandszollsatz erhoben.
Erhebt die EU aktuell Zusatzzölle auf US-Waren?
Nein. Die EU-Ausgleichszölle auf US-Waren sind derzeit ausgesetzt (Stand: 14. Juli 2026, Aussetzung läuft bis 06.08.2026). Eine Ausnahme bilden Antidumping- und Ausgleichszölle auf US-Biodiesel, die weiterhin gelten.
Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer bei US-Importen?
Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19 % (Regelsatz) bzw. 7 % (ermäßigt) – wie bei allen Drittlandsimporten. Sie fällt auch dann an, wenn der Zollsatz durch das EU-US-Abkommen 0 % beträgt. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können sie als Vorsteuer geltend machen.
Wie berechne ich die Zollgebühren für eine US-Sendung?
Grundlage ist der CIF-Wert: Warenwert plus Versandkosten plus Versicherung. Darauf werden Zollsatz (je HS-Code bzw. 0 % mit US-Ursprungsnachweis) und Einfuhrumsatzsteuer berechnet. Eine schnelle Schätzung liefert unser Zollrechner.
Gilt der 0-%-Zollsatz dauerhaft?
Die Regelung ist bis zum 31. Dezember 2029 befristet (Überprüfung bis Juni 2029). Die EU kann die Präferenz zudem über eine Schutzklausel aussetzen, etwa bei Marktstörungen oder Nichteinhaltung durch die USA. Für langfristige Kalkulationen empfehlen wir, die Entwicklung zu beobachten.
Was gilt für Geschenksendungen aus den USA?
Für Sendungen von Privatperson an Privatperson gelten gesonderte Regelungen der Zollverwaltung. Als Geschäftskunde beachten Sie: Auch Warenmuster und unentgeltliche Lieferungen sind grundsätzlich anmeldepflichtig – maßgeblich ist der Zollwert, nicht der Rechnungsbetrag. Versenden Sie umgekehrt Warenmuster aus Deutschland ins Ausland, gelten die Einfuhrregeln des Ziellands – mehr dazu in unserem Ratgeber Warenmuster versenden.
Welche Zölle erheben die USA auf deutsche Waren?
Die USA erheben seit August 2025 Zölle ab dem ersten Dollar (De-minimis-Grenze ausgesetzt). Für EU-Waren gilt seit dem 1. Juli 2026 im Rahmen des Abkommens eine Zollobergrenze von 15 % (Stand: 14. Juli 2026). Die Lage entwickelt sich dynamisch – prüfen Sie vor dem Versand den aktuellen Stand.
Was ist ein HS-Code und warum brauche ich ihn?
Der HS-Code (Zolltarifnummer) klassifiziert Ihre Ware international einheitlich für die Verzollung und bestimmt den anzuwendenden Zollsatz. Ohne korrekten HS-Code keine korrekte Zollanmeldung. Ermitteln Sie Ihren Code mit unserem HS-Code-Finder.
Diese Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Zollsätze, Freigrenzen und Handelsabkommen können sich ändern — Stand der Angaben: 14. Juli 2026.
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